Medizinisches Institut für Leistungsdiagnostik im Sport

Diagnostik

Laktatdiagnostik

Die physiologische Leistungsdiagnostik im Sport ist durch die Laktatdiagnostik geprägt. Es können durch Laktatbestimmungen im Blut (Entnahme am Ohrläppchen) Rückschlüsse auf den Energiestoffwechsel während der sportlichen Belastung gezogen werden.

Zur Beurteilung der Ausdauerleistungsfähigkeit eines Sportlers wird eine Laktatleistungskurve erstellt. Es werden der gesamte Verlauf wie auch definierte Punkte der Kurve zur Leistungsbeurteilung herangezogen.

Die individuelle anaerobe Schwelle (IANS) makiert den Anstieg des Blutlaktatspiegels ab einer kritischen Belastungsintensität. Sie gilt als gutes Maß der aeroben Ausdauerleistungsfähigkeit und ist Grundlage jeder Trainingssteuerung.

Die maximale Laktatkonzentration lässt Rückschlüsse auf die Säuretoleranz des Sportlers zu. Die Laktatschwellenwerte sollten durch die Spiroergometrie abgesichert werden ( Prinzip der mehrfachen Stützung ).

Spiroergometrie

Die Spiroergometrie ist eine Methode, bei der durch Messung der O2-Einatmung und CO2-Ausatmung über eine Atemmaske während sportlicher Betätigung, die körperliche Leistungsfähigkeit bestimmt wird.

Die Reaktionen von Herz, Kreislauf, Atmung und Stoffwechsel können quantitativ und qualitativ erfaßt werden.


Die wichtigsten Meßergebnisse sind:
Die maximale Sauerstoffaufnahme ( Maß für die Bruttoleistungsfähigkeit des Organismus)
Die aerobe, ventilatorische Schwelle (Maß für die Ausdauerleistungsfähigkeit)
Die Herzfrequenz- und Atemreserve, der Sauerstoffpuls, der respiratorische Quotient (RQ)

Sportärztliche Untersuchung / CheckUp

Sportanfängern, Wiedereinsteigern über 35 Jahren, Leistungsportlern und bei Vorerkrankungen und Risikoerkrankungen (Zucker, hoher Blutdruck, Rauchen, hohen Blutfetten) wird eine sportärztliche Untersuchung empfohlen. Auch nach schweren Infekten und überstandenen Krankheiten soll vor Wiederaufnahme des Trainings eine ärztliche Kontrolle erfolgen.

Die Untersuchung teilt sich auf in:

Die ärztliche Untersuchung: Es werden Erkrankungen des Herz- und Kreislaufsystems, der Lungen, der Bauchorgane, des Bewegungsapparates und der Augen und Ohren sowie der Nerven ausgeschlossen.

EKG: Im Ruhe-EKG können Hinweise auf Erkrankungen des Herzens, vorwiegend Rhytmusstörungen und Durchblutungsstörungen gefunden werden.

Belastungs-EKG: Unter körperlicher Belastung kommt es zu vermehrter Herzarbeit und hierbei fallen im EKG vor allem Durchblutungsstörungen am Herzmuskel frühzeitig auf.

Lungenfunktion (Spirometrie): Mit dieser Untersuchung lassen sich Einschränkungen der Lungen- leistung und Erkrankungen der Lunge diagnostizieren.

Labordiagnostik: Durch die Bestimmung der Blutbestandsteile, der Serumenzyme und bestimmter Stoffwechselprodukte können frühzeitig Hinweise auf Organstörungen oder Fehlernährung gefunden werden.

Echokardiographie: Dies ist eine spezielle Ultraschallmethode zur Darstellung der Herzstrukturen. Die Herzgröße und die Pumpleistung können bestimmt werden und Herz- und Klappenfehler ausgeschlossen werden.

Sportmedizinisches Untersuchungszentrum des Landessportbundes Rheinland-Pfalz